Kurze Geschichte der Jugendfeier

Seit über 150 Jahren

Unsere Jugendfeier hat eine lange Tradition. Bereits in der Zeit der bürgerlichen Revolution, in den Jahren 1848/49, wandten sich aufgeklärte Menschen von den Kirchen und damit auch von Konfirmation oder Firmung ab und wurden Mitglieder der damals noch so genannten „Freireligiösen Gemeinden“, unserer historischen Vorläufer.

Sie entwickelten eine neue Form des Feierns jenseits von religiösen Bezügen. 1852 tauchte erstmals der Begriff „Jugendweihe“ auf. Als Alternative zur Konfirmation war sie für 14-jährige junge Menschen damals außerdem auch die außerkirchliche Feier zur Schulentlassung.

Zwischen 1919 und 1933 war die „Jugendweihe“ ein fester Bestandteil der Festkultur der Arbeiterbewegung. Ihre Popularität stieg vor allem in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts sprunghaft an. In ganz Deutschland nahmen teilweise ganze Klassenzüge gemeinsam an der „Jugendweihe“ teil.  Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die feiern freireligiöser Menschen verboten. Nach Beendigung des Krieges und der Nazi Herrschaft im Jahr 1945, wurde in der damaligen „DDR“ der Begriff „Jugendweihe“ dann für das staatliche Bekenntnis zum DDR-Staat zur Verfolgung eigener Zwecke instrumentalisiert.

Im damaligen „West-Deutschland“ lebt die „Jugendweihe“ nach dem 2. Weltkrieg ebenso wieder auf. Die meisten freireligiösen Gemeinden führten ab Mitte der fünfziger Jahre auch im Westen wieder „Jugendweihen“ durch.

Mehr als ein bloßes Fest

Bis etwa in die 1980er Jahre wurde der Begriff „Jugendweihe“ noch verwendet. Seitdem sprechen wir von Jugendfeiern. Die Humanistische Vereinigung will die Jugendlichen nicht weihen, sondern ihnen den symbolischen Schritt ins Erwachsenwerden unvergesslich machen.

Die Jugendfeier ist fester Bestandteil der Feierkultur humanistischer Tradition. Sie setzt sich aus einem halbjährigen Vorbereitungsprogramm und einem Festprogramm mit persönlicher Würdigung der Jugendlichen zusammen.

Diese Verbindung von inhaltlicher Vorbereitung und Festveranstaltung macht aus der Jugendfeier mehr als ein bloßes Fest. Sie steht auch für die Vermittlung von humanistischen Werten wie Toleranz, Selbstbestimmung, Verantwortung und Solidarität.

Die Jugendfeier im Wandel der Zeit

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