Ein Angebot der Humanistischen Vereinigung

Zeitzeugnis und Zivilcourage: Ein Wochenende in zwei Akten

Das Vorbereitungsprogramm auf die Jugendfeier 2026 in Bayern hat wieder gezeigt, warum es so wertvoll ist – es war ein Wochenende voller echter Begegnungen und Gesprächen, die nachklingen.

Den Auftakt machte ein ganz besonderer Abend im Humanistischen Zentrum. Ingrid, die Großnichte der Nürnberger Widerstandskämpferin Berta Backof (1911–2001), war gemeinsam mit ihrer Freundin Nadja zu Gast und erzählte aus dem Leben ihrer Großtante – einer Frau, die in der NS-Zeit nicht weggeschaut hat. Berta Backof war an der Erstellung und Verbreitung des Roten Sandberg beteiligt, der wohl wichtigsten illegalen Zeitung im Nürnberg der NS-Zeit.

Was den Abend so besonders machte: Es war kein Geschichtsvortrag, sondern echtes Erinnern. Ingrid hat ihre Großtante noch selbst in den 80er Jahren kennengelernt und berichtete lebendig und persönlich. Gemeinsam mit Nadja hat sie auch das Buch „Wir kommen aus dem Kampf heraus – das politische Leben der Antifaschistin Berta Backof“ verfasst. Die Jugendlichen ließen sich berühren – und zogen ganz von selbst Parallelen zur heutigen Zeit. Ein bewegender Abend.

Am nächsten Morgen wurde es praktisch. Im Workshop „Zivilcourage“ von Doku-Päd. – gefördert von der Aktion Mensch – kamen Junge Humanist*innen und Jugendfeierliche zusammen und stellten sich einer Frage, die sich leichter stellt als beantwortet: Wie verhalte ich mich, wenn es drauf ankommt?

Die Teamerinnen haben das mit viel Fingerspitzengefühl moderiert – und ließen der diskussionsfreudigen Gruppe den Raum, den sie brauchte. Ob Ja/Nein-Fragen, Skala-Einschätzungen, Rollenspiele oder eigene Erlebnisse: Jede Methode öffnete neue Perspektiven. Kein einfaches Thema – aber genau deshalb so wertvoll.

Wir freuen uns auf alles, was noch kommt.