Ein Angebot der Humanistischen Vereinigung

Eine Ära geht zu Ende: Abschied von Jugendreferentin Anita Häfner

Nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten intensiver, ideenreicher und herzlicher Arbeit verabschiedet sich Anita Häfner in den wohlverdienten Ruhestand. Die langjährige Jugendreferentin der Humanistischen Vereinigung hat die Jugendarbeit nicht nur geleitet, sondern mit ihrer Persönlichkeit maßgeblich geprägt. Bei einer Feierstunde im Kutscherhaus und Hof des Humanistischen Zentrums wurde sie nun von Kolleg*innen, Freund*innen und sogar ehemaligen Mitarbeitenden verabschiedet. Damit übergibt Häfner auch den Staffelstab an ihre Nachfolgerin Pia Wollny.

Die Verabschiedung hatte genau die Atmosphäre, die auch ihre Arbeit auszeichnete: persönlich, nahbar, wertschätzend. Neben einem liebevoll vorbereiteten Buffet, Blumen und kleinen Geschenken gab es viele Glückwünsche, Erinnerungen und herzliche Umarmungen. Auch HV-Vorstand Michael Bauer fand bewegende Worte des Dankes und betonte, wie viel Anita Häfner in ihrer langjährigen Tätigkeit bewirkt hat – für die Jugendlichen, für das Team und die Humanistische Vereinigung.

Seit 2008 war Anita Häfner das Gesicht der humanistischen Jugendarbeit. Indieser Zeit hat sie nicht nur kontinuierlich die Jugendfeiern organisiert, sondern auch Angebote für verschiedene Altersgruppen weiterentwickelt, Ausflüge geplant, Gruppenprozesse begleitet und Veranstaltungen gemeinsam mit den Jungen Humanist*innen durchgeführt. In ihren Händen lag die pädagogische wie organisatorische Leitung – und immer auch die menschliche Verbindung zu den Jugendlichen.

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18 Jugendfeier-Jahrgänge, das bedeutet: 18 mal intensive Vorbereitung, unzählige Gespräche, kreative Ideen, Gruppenabende, gemeinsame Entscheidungen über Themen, Musik, Texte – und schließlich: 18 würdevolle Jugendfeiern, die für die jungen Menschen und ihren Familien zu unvergesslichen Erlebnissen wurden.

Mit ihrer offenen, klaren und zugleich einfühlsamen Art hat Anita Häfner vielen Jugendlichen einen Raum geboten, in dem sie sich gehört, ernst genommen und bestärkt fühlten. Dabei hat sie stets auch die gesellschaftlichen Entwicklungen im Blick behalten. Auf die Frage, ob sich die Jugendlichen im Laufe der Jahre verändert haben, sagt Häfner:

    „Sie sind auf jeden Fall individueller und moderner – im Sinne von: Ihre Wünsche und Ideen finden heute mehr Platz im Programm. Und das ist ihnen auch wichtiger geworden. Ich glaube, früher haben sie es mehr hingenommen, dass ihnen ein Programm vorgesetzt wurde.“

Gleichzeitig betont sie, wie wichtig Vertrauen und Gemeinschaft in der Arbeit mit jungen Menschen sind:

    „Es muss sich eine Gemeinschaft bilden. Erst mal Vertrauen gewinnen – zu uns als betreuende Menschen. Dass sie spüren: Sie können zu uns kommen, mit uns sprechen, und wir gehen auf sie ein. Dann kann auch eine Gruppe entstehen, wie z. B. beim gemeinsamen Kochen. Es gibt nichts Sozialeres, als zusammen zu kochen. Da erzählt man automatisch, was zu Hause gekocht wird … Und die meisten Jugendlichen, die zu uns kommen, sind ja sehr motiviert. Sie machen das freiwillig – selbst wenn die Eltern sie vielleicht ein bisschen geschoben haben.“

Diese Haltung – zugewandt, pragmatisch, reflektiert – zog sich durch all ihre Arbeit. Und es war ihr immer wichtig, den Jugendlichen mehr mitzugeben als nur ein schönes Fest: Haltung, Selbstvertrauen und eine Idee von Gemeinschaft.

    „Seid selbstbewusst und zuversichtlich“ – das wollte sie jedem Jahrgang mitgeben.

Mit dem Übergang in den Ruhestand endet für Anita Häfner ein bedeutender Abschnitt ihres Lebens – und ein neuer beginnt. Ihre Nachfolgerin Pia Wollny übernimmt die Aufgabe mit viel Erfahrung aus der Arbeit mit den Jungen Humanist*innen. Der Staffelstab wird also in gute Hände übergeben – und doch schwingt bei allen der Abschiedsschmerz mit.

    „Ja, der Abschied fällt mir insofern schwer, weil es halt so eine wertvolle Zeit war, die ich einfach so genossen habe – mit diesen vielen tollen Menschen. Immer wieder gab es neue Situationen, Fragen, die ich mir vorher nie gestellt hatte. Das habe ich als so wichtig und belebend empfunden. Und ich hoffe, dass ich mir davon etwas in meine Rente mitnehmen kann.“

Wir danken Anita Häfner von ganzem Herzen für ihr Engagement, ihre Energie, ihre Haltung und die vielen positiven Impulse, die sie gesetzt hat – für Jugendliche, Kolleg*innen, Teams und die gesamte Humanistische Vereinigung.

Wir wünschen dir, liebe Anita, einen erfüllten Ruhestand – mit Zeit für neue Gedanken, für Ruhe und für das, was dir Freude macht. Hoffentlich bekommst Du das, was du gegeben hast, vielfach zurück.